Muscat
Muscat und sein Ruf
Es ist nicht einmal ein Vorurteil, von der Familie der Muscat Rebsorte ergibt einfache Tafeltrauben, die recht süß sind. Viele Weine und Schaumweine aus Muscat werden auch einfach, aber süß ausgebaut. Katzenvideos und anderes Süßes ist weit verbreitet, so ist die Chance, eine nicht so schöne Erfahrung mit Muscat zu machen: groß.
Es gibt auch keine Regel, nach der man einen trockenen, feinen Muscat findet. Diese Weine mit einem sehr wohl sehr schönen, feinen und dezenten, vollkommen trockenen Aroma werden überall angebaut, wo es Muscat gibt - nur nicht von allen Winzern.
Es hilft nur eins: hinschauen, von wem der Wein ist und probieren.
Ist das eine Basis für eine Karriere als Rebsorte für Weinfreunde? Nein.
Lohnt es sich, trotzdem weiter zu lesen, nach Muscat Weinen zu schauen? Ja.
Herkunft der Muscat
Die exakte Herkunft der Sorte ist unbekannt, sie entstand auf der langen Reise der Rebe von Georgien nach Südeuropa. Manche, wenig sichere Quellen wollen sie auf Wandmalereien in Persien erkannt haben. Eher wahrscheinlich ist die Entstehung des Muscat einige Jahrhunderte später in Griechenland oder noch einmal später in Süditalien. Ihr aromatischer Duft hat zu einer schnellen Verbreitung im ganzen Mittelmeerraum geführt. Nach Norden ins Piemont, Südtirol und Deutschland und Österreich kam sie auch, allerdings war die Sorte in kühlen Regionen heikler als im warmen Süden.
Arten und Züchtungen von Muscat
So weitverbreitet Muscat ist, ist es naheliegend, dass Muscat für viele Züchtungen verwendet wurde. Man spricht daher eher von einer Muscatfamilie. Zu dieser Familien gehören weit über 100 verschiedene Sorten Muscat. Alleine die Farbe der Muscatbeeren reicht von weiß über grün, gelb, rosa bis blau.
Muscatsorten mit größeren Beeren werden auch als Tafeltrauben verwendet, was unter Winzern als Schimpfwort verstanden wird.
Einige der bekannteren Muscatsorten sind:
Der trockene Muscat
Die trockenen Weißweine aus Muscat werden oft aus den Varianten Muscat à petits grains und Muscat Ottonel gewonnen. Muscat hat eher wenig Säure, die je nach Sorte schwanken kann. Für einen feinen trockenen Muscat ist die Säure ebenso entscheident wie für einen eher aromenreichen Wein: sie gleicht das intensive Aroma aus.
In den warmen Regionen an der Rhône, im Languedoc oder Süditalien werden Winzer, die eher filigrane Muscat erzeugen wollen daher kühlere Lagen bevorzugen. So können muscat-petits-grains aus dem Languedoc ausgesprochen trockene, interessante Weißweine zu Fisch sein. Aus Beaumes de Venise kommen aus den höher gelegenen Weinbergen an den Dentelles de Montmirail wundervoll trockene Weißweine - neben den Süßweinen, für die Beaumes de Venise ebenfalls bekannt ist.
Im Piemont werden in großen Fabriken Stiel Schaumweine erzeugt, nun ja. In Südtirol wie in Österreich werden einige trockene interessante Weine erzeugt, sie sind oft an der Grenze der Möglichkeiten, da Muscat ein Wärme liebende Sorte ist: sie treibt früh und reift spät.
Auch die süßen Elsässer Muscat sind nie plump, sondern ausgewogen, duften aromatisch nach reifen, hellen Früchten. Selbst halbtrockene Weine sind in Deutschland untypisch - schade, denn zu einem salzigen, kräftigen Käse sind die Aromen eines solchen Muscat oder auch Gewürztraminer wundervoll.
Muscat und Speisen
Trockene Elsässer Muscat zum Beispiel von Huber Bleger haben feine Noten von Aprikosen, exotischen Früchten und keine allzu starke Note nach Muskat. Sie begleiten hervorragend auch ein Menü mit hellem Fleisch oder ein vegan konzipiertes Menü, bei dem dezentere Aromen mit dem Muscat harmonieren.
Trockene, feine Muscats haben eine wundervolle Fruchtnote, sind eben nicht süß und begleiten sehr gut weniger intensive Speisen wie etwa Geflügel oder ein Risotto.
Weine mit etwas mehr Volumen und / oder Süße sind hervorragend zu schärferem Essen oder auch asiatischer Küche mit ihren von Kräutern und exotischem Gemüse geprägten Gerichten.