Domaine des 2 Anes im Corbières, Languedoc
Weine
Rotwein aus Carignan und Mourvèdre, Weißwein aus Grenache Gris - den klassischen Rebsorten des Languedoc. Geringe Erträge, kaum Einsatz von Eichenfässern.
Weinberge
Abgeschiedene Weinberge gestatten naturnahen Anbau im biologischen Gleichgewicht.
Spontan
Die Gärung nur mit natürlichen Hefen. Weine mit Charakter werden so gewonnen, unverwechselbare Weine aus dem Corbières.
Magali wendet im Weinkeller eine sonst wird fast nirgends mehr anzutreffende Mühe auf. Es ist die Voraussetzung für diesen Typ Wein, der den Geschmack im Fokus hat, nicht das Label Naturwein. Hiergegen wehren sich Winzer wie Magali, und sie weiß, warum.
Das Klima in Peyriac-de-Mer ist geprägt von einem außergewöhnlichen Zusammenspiel aus Sonne, Wind und Nähe zum Meer. Die Tramontane, ein trockener Wind aus dem Landesinneren, sorgt für eine gesunde Reife der Trauben, indem sie Feuchtigkeit und Pilzkrankheiten reduziert.
Der Untergrund besteht aus zwei deutlich unterscheidbaren Bodentypen. Auf argilo-calcaire-Parzellen reifen die Trauben früher. Daneben liegen mediterrane Rotböden mit hohem Eisenanteil und zahlreichen kalkigen Schuttablagerungen. Diese tiefen Böden speichern Winterwasser und erlauben den Reben, auch in trockenen Sommern am Wasser und Nährstoffe zu gelangen. Die Kombination aus Kalkschutt und Wind bestimmt das Wachstum stärker als Hitze.
Carignan bildet das Zentrum der Rotweine. In «Premiers Pas» und «Fontanilles» begrenzt Magali die Erträge auf etwa 40–50 hl/ha. Die Maische steht kurz, meist etwa eine Woche. Sie vergärt mit wilden Hefen - sie wachsen im Weinberg natürlich auf den Beeren und ersetzen die sosnt üblichen künstlichen Zuchthefen - im Edelstahl. Der Alkohol bleibt bei 12,5–13 % vol. Hier entscheidet sie sich gegen hohe Extraktion und gegen überreife Lese.
Diese Abgeschlossenheit der Rebanlagen ist die Voraussetzung für den biologischen Anbau der Trauben. Von keinem konventionell arbeitenden Nachbarn wehen chemische Substanzen auf die Weinberge. Sie würden das empfindliche Gleichgewicht der Reben in ihrem Lebensraum stören.
Bei «Les Cabrioles» reduziert sie den Ertrag auf etwa 15 hl/ha. Mourvèdre dominiert die Cuvée. Die Maische steht bis zu sechs Wochen. Sie entrappt behutsam und vergärt im grossen Holzfass. Der Alkohol erreicht 14 % vol. Der Unterschied entsteht aus Ertragsreduktion und längerer Maische, nicht aus stärkerem Holzeinsatz.
Der Weißwein «Les 10 Ânes Blancs» entsteht aus Grenache Blanc und Gris, Bourboulenc, Maccabeo, Clairette und Carignan Blanc. Nach Direktpressung vergärt der Most mit natürlichen Hefen in einer rohen Betonei-Cuve. Die frühe Lese bringt 12 % vol. Alkohol. Das Hefelager im Beton stabilisiert die Textur.
Im maritimen Corbières entstehen häufig alkoholreiche, stark extrahierte Weine. Magali steuert anders. Sie reguliert Ertrag, Maischedauer und Lesezeitpunkt. Standort, Wind und Boden geben die Richtung vor. Die Unterschiede zwischen den Cuvées lassen sich messen: Hektoliter pro Hektar, Dauer der Maische, Ausbaugefäß und Alkoholgrad.
Magali wendet im Weinkeller eine sonst wird fast nirgends mehr anzutreffende Mühe auf. So drückt sie den Tresterhut - die Schicht der Schalen im Gärbehälter – auf zwei Balken abgestützt mit den Füßen wieder in den Most. Normalerweise wird der Most am Boden abgezogen und umgepumpt. Dieses Treten der Trester ist eine harte und aufwändige Arbeit - besonders, wenn die Gärzeit bis zu sechs Wochen beträgt. Für den Wein ist dieses Treten schonender als der Einsatz einer Pumpe.
Der Einsatz der Holzfässer beim Ausbau der Weine dient nur der Reife der Weine, ein ausgeprägtes Aroma vom Eiche wird tunlichst vermieden. Die Weine bringen aus dem Weinberg so viel dichte Aromen mit, dass diese den Wein bestimmen sollen.
Die Esel freuen sich übrigens immer, wenn jemand zum Streicheln kommt.