Crémant & Co
Die Perlen im Glas
Entscheidend ist, welche Grundweine vom Winzer erzeugt wurden, wie die Cuvée zusammen gestellt wurde, welcher Likörwein für die zweite Gärung genommen und welcher Dosagewein nach dem Rütteln wurde.
Der Ausbau der Weine ist oft klassisch und langwierig. Mitunter kommen uralte Verfahren zum Einsatz. Bei der Familie Boulard in der Champagne wird aus einem Fass nur ein Teil der Weine entnommen und immer wieder neuer zugegeben. Die Weine reifen so verschieden lange, aber lange in dem Fass. Es ergibt den feinsten Wein des Hauses.
Ohne die richtige Rütteltechnik gelingt das nicht. Ist die Rüttelei gut gegangen, wird der Flaschenhals geeist und der Korken abgeschlagen. Der Hefe - Pfropfen schießt aus der Flasche. Der verlorene Inhalt wird mit dem Dosagewein aufgefüllt.
Die letzte Station für gute Crémants: wird er mit dem gleichen Inhalt wieder aufgefüllt, ist es ein sehr trockener brut nature. Bis hin zu sehr süßem Traubenmost, edelsüßem Wein hat der Winzer viele Möglichkeiten.
Die Angabe "brut" oder "extra brut" spiegelt wieder, wieviel Süße der Winzer in diesem Schritt zu dem Crémant gegeben hat.
Die Cuvées werden in die Flaschen gefüllt, die später bei Ihnen auf dem Tisch stehen. Es kommen Hefen für die zweite Gärung hinzu und - je nach Cuvée - süßer Most. Die Flasche wird mit einem Kronkorken geschlossen (daher haben alle Sektflaschen den dicken Wulst) und zur zweiten Gärung des Crémant in den Keller gelegt.
Das passiert alles in einigen Wochen. Gute Crémants liegen aber viele Monate, oft Jahre beim Winzer in seinem Keller. Die Hefen machen nicht mehr viel, wenn der Zucker des Mostes einmal vergären ist. Aber sie leben weiter und entwickeln sehr langsam ein komplexes, reifes, volles Aroma.
Eine schnellere Methode ist, die zweite Gärung im Tank ablaufen zu lassen und die Hefen aufzurühren. Nach wenigen Tagen ist alles fertig und blubbriges Getränk kommt in die Flasche. Große Aromen entwickeln sich so nicht.