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WEINRAUM Wein aus gutem Grund
Lexikon

Pariser Becken

Kreide

Die Kreide der Champagne lagerte sich vor 100–65 Millionen Jahren ab. Sie ist porös, speichert Wasser und gibt es langsam an die Rebwurzeln ab.

Kalk

Im Chablis liegt Kimmeridge Kalk an der Oberfläche. Benannt nach dem Ort in England, wo er auch liegt. Nur ohne Chardonnay - es ist zu kalt.

Durcheinander

Kreide, Kalk. Die Alpen haben dann alles durcheinander geschoben, angehoben.

Die Entstehung der Alpen hat das Pariser Beckens verzerrt und seine Ränder angehoben. Im Burgund stark genug, um Jura-Kalk an die Oberfläche zu brechen. In der Champagne schwächer, dort wurde die Kreide durch Erosion freigelegt.

Das Pariser Becken wie es heute aussieht
Der Kalk, in den sich die Keller von Reims und Épernay graben, lag vor 100 Millionen Jahren auf dem Grund eines flachen Meeres.
Die Bildung des pariser Beckens über gut 200 Millionen Jahre
Dass der Boden des Pariser Beckens immer wieder mit Wein in Verbindung gebracht wird, liegt an der besonderen Qualität der alten Sedimente für den Weinbau und an der nördlichen Lage der Weinbaugebiete in oder am Rande des Pariser Beckens.

Es sind ausnahmslos die sehr feinen Rebsorten Chardonnay in der Champagne und dem Chablis und die beiden roten Pinots Pinot Noir und Pinot Meunier.

Das Becken


Das Pariser Becken entstand nach dem Zerfall der Variszischen Kette, jenem Gebirge, das vor 400–300 Millionen Jahren von Irland bis Böhmen reichte und dessen Rumpf auch unter dem bordelais liegt. Als die Gebirgswurzeln abgetragen waren, kühlte die Kruste ab, zog sich zusammen und sank ein — ein flaches Becken, das sich über 200 Millionen Jahre mit Sedimenten der Meere füllte, die es immer wieder überfluteten. Im Südwesten entstand zur selben Zeit das Aquitanische Becken durch den Druck der Pyrenäen.

Das Meer kam und ging, lagerte Schicht um Schicht auf seinem Boden ab, die sich verdichteten und zu jurassischem Kalk wurden. Darüber Kreide, darüber Tertiär-Sedimente. Diese Schichten liegen heute wie Zwiebelringe um Paris, die ältesten am Rand, die jüngsten in der Mitte. Die Ränder des Pariser Beckens sind heute die Weinberge der Champagne, Chablis und Burgund.
Die Verteilung der Böden im Pariser Becken

Die Verwerfung


Etwa 150 Millionen Jahre lagen die Sedimente nahezu flach übereinander. Dann, vor rund 45 Millionen Jahren, drückte die afrikanische Platte gegen Europa. Die Alpen falteten sich auf — und die Fernwirkung reichte weit nach Norden.
Im Burgund war die Verwerfung stark genug, um tiefe Gesteinsschichten an die Oberfläche zu brechen. Die berühmten Lagen der Côte d'Or stehen auf Kalkstein aus dem Jura, der ohne diese Verwerfung Hunderte Meter unter der Erde liegen würde. In der Champagne dagegen blieb die Störung schwächer. Die Schichten verschoben sich, aber die tiefen Lagen blieben verborgen.

Die Kreide und der Kalk


Die Böden der Champagne sind nicht einheitlich. Die berühmte Kreide — Belemniten-Kreide, nach den versteinerten Kopffüßern benannt — reicht bis an die Weinberge von Épernay und in die Montagne de Reims. Dann hat Erosion über Millionen Jahre die jüngeren Tertiär-Schichten abgetragen, die über der Kreide lagen und sie liegt heute an der Oberfläche.

Im Chablis liegt Kalkstein aus dem oberen Jura an der Oberfläche: Kimmeridge Kalk, benannt nach der englischen Stadt, in der er auch an der Oberfläche liegt. Zum Verdruß der Einwohner ohne den Champagner hervorzubringen. Es ist zu kalt in England.
Die Böden der nördlichen Champagne im Pariser Becken

Die Rebsorten am Rand


In oder am Rande des Pariser Beckens wachsen ausschließlich Chardonnay, Pinot Noir und Pinot Meunier. Es sind die nördlichsten Weinberge Frankreichs. Die kühlen Nächte und kurzen Vegetationsperioden lassen nur früh reifende Sorten zu. Was wie eine Einschränkung klingt, ist in Wahrheit die Bedingung für die Feinheit dieser Weine — wenig Zucker, viel Säure, langsame Reife. Die Qualität der Weine aus nördlichen Regionen erreicht hier ihr Optimum, wenn das terroir stimmt: Boden, Hangneigung, Mikroklima.