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Macon

Felsen von Solutré Felsen von Solutré (Roche de Solutré) in der Region Macon, Pouilly und Vergisson. Weinberge des Mâconnais.
Felsen von Solutré Felsen von Solutré (Roche de Solutré) in der Region Macon, Pouilly und Vergisson. Weinberge des Mâconnais.

Lage und Geologie


Das Mâconnais liegt am südlichen Ende Burgunds, wo die Kalksteinhügel des Jura-Vorlandes zur Saône-Ebene abfallen. Nördlich schließt die Côte Chalonnaise an, im Süden beginnt mit dem Granit des Beaujolais eine andere geologische Welt. Rund 6.000 Hektar Rebfläche, zwei Drittel davon weiß bestockt, verteilten sich lange auf Genossenschaften, die Mâcon blanc als burgundischen Basiswein in Großgebinden lieferten. Kein Grand Cru, keine klassifizierten Einzellagen, kein Name, der über die Region hinaus Gewicht hatte.

Die Böden sind kleinräumiger, als dieser Ruf erwarten lässt. Jurakalk des Bajocien und Bathonien dominiert, oft mit Ton vermischt als argilo-calcaire, das dem Chardonnay Körper und Grundspannung gibt. Im Süden, um Pouilly-Fuissé und Pouilly-Loché, tritt Urgon-Kalk der unteren Kreide hinzu, vereinzelt durchbrochen von vulkanischen Basaltdecken. Die Kalkmonolithe von Solutré und Vergisson ragen über 400 Meter auf und formen das Mikroklima der umliegenden Lagen: Windschatten auf der Westseite, Wärmeabstrahlung vom nackten Fels, Drainage über Kalkschutt.

Solutré ist auch archäologisch bedeutsam. Am Fuß des Felsens gruben Archäologen Skelette tausender Pferde aus der Altsteinzeit aus — die Fundstätte gab der Solutréen-Kultur ihren Namen. Neuere Forschung deutet die Stelle nicht als Jagdsturz, sondern als Lagerplatz, an dem Jägergruppen über Jahrtausende Wild zerlegten. Der Boden, auf dem heute Chardonnay wächst, ist seit 20.000 Jahren Kulturland.

Klima


Das Klima ist kontinental mit deutlichem mediterranem Einfluss — wärmer und trockener als die Côte d'Or, mit längerer Vegetationsperiode. Der Chardonnay des Mâconnais reift natürlicher aus, trägt reifere Frucht und weniger Säurespannung als weiter nördlich. Was die burgundische Orthodoxie lange als Mangel wertete — Fülle statt Straffheit —, liest sich unter den Bedingungen des Klimawandels anders: Die Côte d'Or muss sich anpassen, das Mâconnais weniger.

Appellationen


Die Appellationsstruktur gliedert sich in sechs weiße Stufen. Mâcon blanc und Mâcon-Villages — 43 Gemeinden dürfen ihren Namen als Zusatz tragen — bilden die Basis: direkter, fruchtbetonter Chardonnay ohne Lagenanspruch. Viré-Clessé, seit 1999 eigenständige Appellation, liefert kompaktere, lagerfähigere Weine. Saint-Véran, seit 1971 klassifiziert, schwankt in der Qualität, erreicht auf Kalkböden aber bemerkenswerte Dichte.

Die drei Pouilly-Appellationen unterscheiden sich in Größe und Bekanntheit. Pouilly-Loché umfasst rund 30 Hektar, Pouilly-Vinzelles etwa 50 — beide kaum bekannt, beide mit einem der höchsten Preis-Qualitäts-Quotienten im Burgund. Pouilly-Fuissé erhielt im September 2020 die erste Lagenklassifizierung des Mâconnais: 22 Climat in den Gemeinden Fuissé, Solutré-Pouilly, Vergisson und Chaintré tragen seither den Zusatz Premier Cru. Die Einteilung folgt geologischen und mikroklimatischen Kriterien: Les Reisses und La Roche in Vergisson liegen auf kargem, mineralischem Kalk; Les Crays in Solutré-Pouilly auf reinem Kalkstein; Vers Cras und Le Clos in Fuissé auf tiefgründigeren Böden mit mehr Fleisch im Wein.

Rotwein spielt eine Nebenrolle. Mâcon rouge wird aus Gamay, seltener aus Pinot Noir erzeugt — ohne große Bedeutung für die Region.